Interview mit Karl Moll, Techem Geschäftsführer

Zum Jahreswechsel 2020/21 treffen wir Karl Moll, Geschäftsführer der Techem Messtechnik GmbH im Interview zum Rück- und Ausblick.

Herr Moll, 2020 war für viele Unternehmen ein sehr ungewöhnliches Jahr. Wie konnte Techem die Herausforderung COVID-19 erfolgreich meistern?

 

Die Situation war für uns, wie für so viele Unternehmen, komplett neu. Mittlerweile haben wir uns aber sehr gut an die Umstände angepasst und sind sehr erfolgreich unterwegs. In dieser Ausnahmesituation kam uns der sehr fortgeschrittene Digitalisierungsgrad bei Techem entgegen. 

 

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten aktuell überwiegend im Homeoffice und wir konnten die vereinbarten Leistungen für unsere Kunden und Partner in gewohnt hoher Qualität erbringen. Die Covid-19 Pandemie hat die Digitalisierung in Organisationen beschleunigt – auch bei uns. Wir haben daher zusätzlich in IT, Personal und neue digitale Lösungskonzepte (z. B. Online-Selbstablesung) für unsere Kunden investiert.

Techem setzt seit Jahren auf Fernablese und Funkinfrastruktur für Messgeräte. Wie wirkte sich die notwendige Kontaktreduktion auf die Verdichtung von Fernablese-Geräten in den Haushalten aus? War sie Bremsfaktor oder Beschleuniger?

 

Wie zuvor erwähnt, erlebten wir einen richtigen Digitalisierungs-Boost, gerade auch in der Immobilienwirtschaft. Bereits vor Covid-19 hatten wir über 60 % Funk-Erfassungsgeräte im Feld. Deren großer Vorteil, nämlich die Kontaktreduktion, wurde während der Pandemie noch deutlicher sichtbar. Vor kurzem haben wir auch mit unserem Smart-Reader-Rollout begonnen. Dieser bringt noch weitere Vorteile für unsere Kundinnen und Kunden und bereitet sie zudem auf die Anforderungen der EED (Energy Efficiency Directive) der EU vor.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft! – Welche großen Themen stehen bei Techem 2021 an?

 

Unser Ziel ist es, eine flächendeckende digitale Infrastruktur aufzubauen. Dafür legen wir mit der Hardware und unseren Smart-Readern einen wichtigen Grundpfeiler. Dies ermöglicht es, unseren Kundinnen und Kunden weitere digitale Services anzubieten. Derzeit treiben wir mit gutem Erfolg unsere bestehenden Digitalisierungsangebote wie Online-Abrechnung, Kundenportal und elektronischen Datentausch voran. Mit den Angeboten der Wassertechnik runden wir unser Portfolio ab. Wir wollen unseren Kunden als Experten zur Seite stehen und ihnen Arbeit abnehmen. 

2021 wird vermutlich für viele Haushalte und Hausverwaltungen ein sparsames Jahr. Haben Sie Empfehlungen, worauf diese sich unter dem Blickpunkt Sparsamkeit auf jeden Fall konzentrieren sollten?

 

Oft helfen schon kleine Maßnahmen, um zu sparen: den Wasserhahn früher abdrehen, Wasserdruck vermindern, die Raumtemperatur um einen Grad zurückfahren. Die Summe an Kleinigkeiten bewirkt schon Großes. Den Immobilienverwaltern empfehlen wir, mit uns in Dialog zu treten. Nun ist die Zeit da, sich noch digitaler aufzustellen und z. B. in die Umrüstung auf Funk-Erfassungsgeräte zu investieren. Darüber hinaus bieten wir verschiedene Finanzierungsformen an. Ein Hinauszögern von Sanierungsmaßnahmen oder das Tauschen beziehungsweise Eichen von Zählern wirkt meist kontraproduktiv und kann teuer werden.

Stichwort: Digitalisierung und Dekarbonisierung für die Energiewende: Auf welche Neuerungen dürfen sich KundInnen freuen?

 

Der Gebäudesektor verursacht rund 40 % der weltweiten C02-Emissionen. Es gibt also dringenden Handlungsbedarf, vor allem auch beim Wohnungsbestand. Die Basis für Energieeffizienzmaßnahmen (thermische Sanierung, Optimierung der Wärmeversorgungsanlage etc.) bildet eine genaue und möglichst regelmäßige Analyse des Ist-Zustandes. Mit unseren Verbrauchserfassungsgeräten ist man dafür bestens ausgerüstet. Der Energiemarkt wird in Zukunft gesamtheitlich, vernetzt und transparenter denken müssen (Stichworte Sektorkoppelung, Smart-Meter-Gateways).

 

Außerdem behalten wir Zukunftstrends und Kundenanforderungen ständig im Blick. So analysieren wir den Markt auf neue Geschäftsmöglichkeiten. Zum Beispiel beschäftigen wir uns derzeit unter anderem auch mit dem Thema E-Mobilität.

Ein letzter Satz – was wünschen Sie sich und Österreich nach dem bewegten Jahr 2020 für 2021?

 

Meinen Einstieg als Geschäftsführer in Österreich hatte ich mir so nicht ausgemalt *lacht*. Einarbeiten war nicht, gleich in den ersten Wochen kam uns die Covid-19-Pandemie in die Quere. Mittlerweile konnten wir uns alle gut einspielen und auch jede Menge dazulernen. Auch aus dieser Situation können wir positive Erfahrungen mit in die Zukunft nehmen. Dennoch hoffe ich, dass etwas Ruhe und Normalität einkehren, das haben sich wirklich alle verdient!

Zur Person

Karl Moll

Seit März 2020 verstärkt Karl Moll die Geschäftsführung der Techem Messtechnik GmbH Österreich. Mit ihm steht nun ein profunder Kenner des österreichischen Marktes und Experte im Kundenmanagement an der Spitze des Unternehmens.

 

Vor seiner Tätigkeit für Techem in Österreich hatte Karl Moll bereits über lange Jahre hinweg verschiedene Führungspositionen in der Techem Gruppe inne. Karl Moll ist ein erfahrener Manager, der die Branche seit über zwei Jahrzehnten durch ihre Veränderungsprozesse begleitet und die Ausweitung und Digitalisierung des Lösungsportfolios von Techem mit vorangetrieben hat.

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Ihr Ansprechpartner zum Thema:

Melanie Höller,
melanie.hoeller@techem.at